Glatte Wahlniederlage für die SPD in Plaidt

Die Kommunalwahlen im Mai 2019 endeten für die Plaidter SPD mit einer glatten Niederlage. Wilhelm Anheier konnte sich mit knapp 40 % der Stimmen nicht durchsetzen. Auch die SPD-Liste musste Verluste von 11,5 % hinnehmen und landete bei 36,7 %. Wäre im Bund ein tolles Ergebnis, in Plaidt ist das aber deutlich zu wenig. Damit errang die SPD nur mehr acht Sitze von bislang elf.

Will man nach Ursachen suchen, muss zunächst der allgemein schlechte Zustand der Partei angeführt werden. Seit Schröderschen Zeiten fehlt in der Spitze das klare Bekenntnis zu traditionellen sozialen Werten, die auch von weiten Teilen der Bevölkerung geteilt werden. Für diese Werte steht die SPD-Basis nach wie vor – zumindest in Plaidt! Auch an gesellschaftlichen und umweltpolitischen Visionen mangelt es erheblich. Was soll man jungen Leuten sagen, die gerade ins Berufsleben eintreten? Rente kriegst du mit 75 und dann nur 35%, aber auch nur, wenn uns der Klimawandel bis dahin nicht ohnehin weggeblasen hat. Das sind keine Perspektiven. Aber die müssen her!

Auch auf Ortsebene schwächelt die SPD: Wenige Mitglieder, viele im Rentenalter, kaum junge Leute. Mit großer Mühe konnte eine vollständige Bewerberliste für den Gemeinderat aufgestellt werden, davon die Hälfte ohne SPD-Parteibuch.

Seit 2003 war Wilhelm Anheier Ortsbürgermeister, seit 2004 hatte die SPD die Mehrheit im Rat. Wir wollen zurückschauen und sehen, was sich seitdem in Plaidt getan hat. Die Infrastruktur hat sich ganz erheblich verbessert. Ausgebaut wurden die Römer-, die Erzberger-, die Franz-Josef-, die Fraukircherstraße und der Rampen. Die Bahntrasse nach Saffig wurde gekauft und asphaltiert, die Skaterbahn und das Mini-Fußballfeld angelegt. Die baufällige Turnhalle der Grundschule wurde abgerissen und durch eine neue, hervorragend ausgestattete Sporthalle ersetzt, die für den Schul- und Vereinssport genutzt wird. Ebenfalls zur Freude vieler Fußballbegeisterter wurde der neue Kunstrasenplatz angelegt und bald steht das renovierte Sportplatzgebäude zur Verfügung.

Die kommunale Kindertagesstätte ist in dieser Zeit um zwei Gebäude erweitert, die Altentagesstätte auf der Pütz vor dem Verkauf gerettet und saniert worden. Die Vermarktung des Industriegebiets Plaidt-Süd ist abgeschlossen, REWE, Edeka und Rossmann bereichern die Einkaufsmöglichkeiten im Nahversorgungszentrum Plaidt. Es gibt endlich den seit Jahrzehnten geforderten Lärmschutz an der A 61 und der Ausbau der B 256 scheint in Sicht. Das Neubaugebiet „Unter der Beul“ war in kürzester Zeit ausverkauft. Mit dem Ankauf des Geländes am alten Güterbahnhof haben wir, was Neubaugebiete angeht, die Gemeinde hervorragend aufgestellt. Auch „Auf Scharbel“ und in der Eicher Straße werden Bauplätze entstehen.

Die Hummerich-Halle ist ständig ausgebucht. Aber nicht nur deren Vermarktung ist ein voller Erfolg, sondern vor allem ihre Funktion als zentrale Einrichtung für unsere kulturellen und traditionellen Vereine. Nicht vergessen sollten wir die Fortentwicklung unseres Parks an der Nette entlang von der Burgquelle – die dank Wilhelm Anheier wieder läuft – bis zur Rauschermühle und die Herrichtung des Geländes um den Entenweiher. Seit einigen Jahren hat Plaidt ein vollständiges Baumkataster, das als Grundlage für die Verkehrssicherheit und für weitere Planungen dient. Auch die Kunst kommt nicht zu kurz, wie z.B. die „Lämmesje“ an der Grundschule oder die Kunstwerke im Park zeigen.

Es ist also viel passiert in den letzten 15 Jahren. Denjenigen, die der Plaidter SPD in dieser Zeit ihr Vertrauen geschenkt haben, danken wir ganz herzlich. Auch mit reduzierter Mannschaft werden wir uns in den nächsten fünf Jahren für die Interessen der Plaidter Bürgerinnen und Bürger tatkräftig und mit Ideen einsetzen.

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